Inklusion

 

Es wird erläutert, was Inklusion bedeutet und wie dieses Thema in der  Naturschutzstation Haus Wildenrath umgesetzt wird.

 

Was ist Inklusion?

Inklusion ist ein sehr facettenreicher Begriff. Im Grunde aber geht es um die Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigung im sozialen Gefüge. Das beinhaltet das gemeinschaftliche Wohl und das Für- bzw. Miteinander. Inklusion ist somit der Überbegriff für Schlagworte wie „gegenseitige Hilfe“, „Hand in Hand arbeiten“ und  „sich anpassen“. Menschen mit verschiedenen Lebenshintergründen kommen aktiv zusammen, gestalten Lebensräume neu und brechen somit jegliche Barrieren, egal,  ob sie durch soziale, ethnische oder auch finanzielle Gründe entstanden sind.

 

“Aktion Mensch“ hat Inklusion in ein paar Sätzen, wie folgt, erklärt:

“Was macht den Reichtum einer Gesellschaft aus? Wirtschaftliche Macht? Politische Sicherheit? Oder kulturelle Vielfalt? Es ist von jedem etwas. Dennoch: Eine Gesellschaft besteht aus Menschen. Und sie sind es, die das Wohl einer Gesellschaft prägen – und zwar in allen wichtigen Lebensbereichen.

Um nichts anderes geht es bei Inklusion: Jeder Mensch erhält die Möglichkeit, sich vollständig und gleichberechtigt an allen gesellschaftlichen Prozessen zu beteiligen – und zwar von Anfang an und unabhängig von individuellen Fähigkeiten, ethnischer wie sozialer Herkunft, Geschlecht oder Alter.

Inklusion ist also kein Expertenthema. Es ist ein Thema, das die Zustimmung Aller erfordert und deshalb gesamtgesellschaftliche Bedeutung besitzt.“

 

Um die Definition von Inklusion noch verständlicher zu machen, folgt nun ein einfaches Beispiel:

Mehrere Personen treffen sich gemeinsam, um Fußball zu spielen.

In diesem Fall verbindet die Sportart Fußball. Mehrere Menschen haben Interesse sich sportlich zu betätigen. Deshalb verabreden Sie sich.

Alleine schon durch das Verabreden regt man aktiv das soziale Miteinander an. Schon jetzt ist jedem bewusst, wer zum Spiel anwesend sein wird und inwiefern ein jeder sich an die Spielstärke anpassen muss.

Jedes Team freut sich über eine schön herausgespielte Kombination und ein erzieltes Tor.

Gemeinsam ist man in der Lage ein Ziel zu erreichen. In diesem Fall ist es das Ziel gemeinsam ein Tor zu schießen. Damit dieses möglich ist, muss ein jeder Feldspieler seine individuellen Fähigkeiten einsetzen und seine Mitspieler mit einbeziehen. Dies ist zielorientiert, die Mannschaft freut sich über den Erfolg und kommt sich einander näher.

 

Inwieweit setzen wir, die Naturschutzstation Haus Wildenrath, das Prinzip der Inklusion um?

In unserer Station legen wir großen Wert auf die räumliche Barrierefreiheit. Jedem ist es möglich unseren Hof, trotz körperlicher Einschränkungen, zu erreichen. Es gibt fest installierte Rampen, damit Erhöhungen für Rollstuhlfahrer und ältere Menschen kein Problem sind. Auch eine behindertenfreundliche Toilette ist gebaut worden. Unsere Bemühungen gehen in die Richtung, einen Ort zu errichten, zu dem alle Zugang haben.

Unser Gelände macht die Arbeit in und mit der Natur für jeden möglich. Ein Exempel für diese Hilfestellung ist die Verbindung zwischen unserem Kescherteich und einem Rundweg. Es wurde ein Weg angelegt, der es Menschen im Rollstuhl ermöglicht, nah an das Gewässer zu gelangen.

Solche Erweiterungen werden auch gerne im Rahmen von Seniorenveranstaltungen genutzt. Wir sind bemüht, Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung die Natur wieder etwas näher zu bringen.

Teilweise kann die Beeinträchtigung dennoch zu groß sein. Aus diesem Grund fahren wir unter anderem zu den Altenheimen und suchen aktiv das Gespräch mit den Bewohnern. Uns ist es ein Anliegen ein “Stück Natur“ in die Einrichtungen zu bringen. Deshalb wird auch über essbare Pflanzen und Kräuter gesprochen. Zwar können die Senioren nur über das Gespräch erfahren, wo die Pflanze wächst, aber im Gegenzug einen Geschmackstest machen. Auch über den Geschmack kann man eine Pflanze einordnen. Durch solche kleinen Übungen und Proben werden die Sinne gefordert. Es werden neue soziale Kontakte geknüpft.

Unsere Umweltpädagogen leiten unter  anderem eine Garten-AG, die gegründet wurde um Personen mit unterschiedlichen Hintergründen zusammenzubringen. Der Gedanke dieser Gruppe ist es auch, Menschen mit schwieriger Vergangenheit, körperlicher oder geistiger Behinderungen in die Gesellschaft zu integrieren. Im Team werden Ziele für das gesamte Jahr formuliert und dann in die Tat umgesetzt. Außerdem ist es uns ein Anliegen, die Bildung über die Natur nicht zu vernachlässigen und untereinander Wissen auszutauschen. Hierfür wird eine einfache Sprache von den Umweltpädagogen verwendet. Durch die gemeinsame Zielsetzung und die Ausdrucksweise findet eine Anpassung statt und es entsteht ein Gruppengefüge. Es werden neue soziale Kontakte geknüpft.

In der Landschaftspflege-AG bzw. bei den Arbeitseinsätzen wird ebenso -wie in der Garten-AG- eine einfache Sprache benutzt. Jeden dritten Samstag im Monat treffen sich freiwillige und ehrenamtliche Helfer zu dieser AG. Der Tagesablauf richtet sich nach Jahreszeit und Witterung. In dieser AG sind  individuelle Fähigkeiten und gegenseitige Unterstützung gefragt. Jeder kann bei diesen Arbeitseinsätzen seine Stärken zeigen und somit den Arbeitsverlauf verbessern und  beschleunigen. Durch Zeigen und Erklären, wie man einen Arbeitsschritt ausführt, wird auch den Laien die Tätigkeit vermittelt. Das ermöglicht es selbst Unerfahrenen Leuten schnelle Fortschritte im Gartenbau zu machen. Auf diese Art und Weise kann man durch individuelle Qualifikationen anderen Menschen helfen. Dank der Erklärung während der Gartenarbeit findet ein verbaler Austausch statt und der Grundstein von Kommunikation und sozialem Kontakt ist gegeben.

Desweiteren kann sich jeder bei uns auf dem Hof zum Umweltassistenten qualifizieren. Die Qualifizierung dauert bis zu 6 Wochen und ist blockweise über die Jahreszeiten verteilt. Dieses System wird gewählt, um verschiedene Bereiche und Tätigkeiten kennenzulernen. Mit dem Abschluss der Ausbildung kann der Umweltassistent in Zusammenarbeit mit den Umweltpädagogen Kindergeburtstage und andere Veranstaltungen anleiten. Als Umweltassistent hat man somit die Möglichkeit neue Rollen zu übernehmen. Daran kann das eigene Selbstbewusstsein wachsen und die Persönlichkeit wird sich weiter entwickeln.  

 

Doch auch im Arbeitsalltag begegnet uns die Inklusion. Menschen mit verschiedenen Religionen, aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten, sowie Jung und Alt arbeiten in der Naturschutzstation Haus Wildenrath täglich miteinander. 

Notfallnummer im Falle, dass Tiere ausgebrochen sind:

0157/54954980

 

 

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