Netzwerk Grüne Grenze – Teilprojekt Eichen-Birkenwald-Verbund Meinweg

Im Rahmen des Erprobung- und Entwicklungsvorhabens (E&E) „Netzwerk Grüne Grenze“ sollen  grenzüberschreitende Naturschutzgebiete und Biotope zwischen Deutschland und den Niederlanden so verbunden werden, dass die Durchgängigkeit der Landschaft für entsprechend spezialisierte und heimische Arten verbessert oder wiederhergestellt wird.

 

Die Projekte werden entlang der deutsch-niederländischen Grenze in den Kreisen Steinfurt, Borken, Kleve und Heinsberg zusammen mit dem NABU Landesverbband NRW als Hauptantragsteller und den lokalen biologischen Stationen (Biologische Station Kreis Steinfurt, Stiftung der biologischen Station Zwillbrock, NABU Naturschutzstation Niederrhein und Naturschutzstation Haus Wildenrath) umgesetzt.

 

Finanziert wird dieses Vorhaben durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN http://www.bfn.de/), dem Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz (MKULNV), der Sielmann Stiftung, vom NABU NRW und den beteiligten Biologischen Stationen.

 

Die E+E-Vorhaben im  Bereich Naturschutz und Landschaftspflege wurden 1987 vom Bundesumweltministerium eingeleitet und werden heute vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) betreut. Es werden wichtige Forschungsergebnisse zur Erhaltung der biologischen Vielfalt in deutschen Naturräumen umgesetzt. Mehr Informationen unter: http://www.bfn.de/0202_eue.html

 

Ziel in diesem Vorhaben: Sicherung de nationalen Naturerbes, sowie Erhaltung,

Wiederherstellung und Vernetzung wertvoller Lebensräume

 

Im Teilprojekt „Eichen-Birkenwald-Verbund Meinweg“ sollen bodensaure Eichen-Birkenwälder (FFH-Lebensraumtyp 9190) (http://www.naturschutzinformationen-nrw.de/ffh-broschuere/web/babel/media/ffh_broschuere_akt2005.pdf), die hier als potentielle, natürliche Vegetation vorkommen, vernetzt oder wiederhergestellt werden.

 

Der Bodensaure Eichen-Birkenwald ist in Deutschland ein mittlerweile selten gewordener Biotoptyp. Er zeichnet sich dadurch aus, dass er auf sehr nährstoffarmen Standorten, die oft aus Sandböden bestehen, vorkommt. Neben Eichen und Birken wachsen in diesem Waldtyp nur sehr wenige andere Pflanzenarten, da das Nährstoffangebot im Boden zu gering ist.

Weitere Pflanzenarten sind regional unter anderem Adlerfarn, Heidelbeere, Besenheide, Eberesche, Faulbaum.

Deshalb entstehen oft lichte Waldflächen die die artenarm sind.

(http://de.wikipedia.org/wiki/Birken-Eichenwald)

 

Der Biotoptyp steht mittlerweile auf der Roten Liste in Deutschland.

Wegen seinem geringen forstwirtschaftlichen Nutzen wurde der Eichen- Birkenwald im letzten Jahrhundert wenig gefördert und oft durch Nadelholzbestände oder (wo der Boden es zuließ) durch Ackerflächen ersetzt.

Die anfängliche Übernutzung der Eichenwälder führte zu einer Walddegradation, die durch schnellwachsende Baumarten (z.B. Kiefer, Fichte, Douglasie) wieder aufgeforstet wurden

Lokal fand außerdem Kiefernholzanbau für den Steinkohlebergbau statt, wodurch großflächige Kiefernmonokulturen entstanden. Wiederaufforstung nach Reparationshieben nach dem 2. Weltkrieg mit schellwachsenden Nadelhölzern förderten diese Monokulturen.

 

Damit also die gebietstypischen Eichen- Birkenwälder erhalten, gefördert und vernetzt werden, wird in diesem Projekt  beispielsweise der Bestand von Kiefern, Fichten und Douglasien reduziert. Anschließend werden die entsprechenden Gebieten mit Traubeneichen (http://de.wikipedia.org/wiki/Traubeneiche) auf trockenen und sandigen Böden und Stieleichen (http://de.wikipedia.org/wiki/Stieleiche) und Hainbuchen (http://de.wikipedia.org/wiki/Hainbuche) auf feuchteren und frischen Böden wieder aufgeforstet.

 

Zusammen mit dem Landesbetrieb Wald und Holz, Regionalforstämter Niederrhein und Rureifel-Jülicher Börde, dem Bundesforstbetrieb Rhein-Weser, der Stadt Wassenberg und dem deutsch-niederländischen Zweckverband Maas-Schwalm-Nette sind im Meinweggebiet verschiedene Maßnahmen zum Waldumbau geplant.

 

Insgesamt gibt es sieben Maßnahmen zur Wiederherstellung des Eichen-Birkenwaldes. Die Maßnahmenumsetzung erfolgt ausschließlich auf den Flächen des Bundes, des Landes NRWs und der Kommune Wassenberg.

 

 

 

 

 

Maßnahme 1Waldumbau an der Deponie Rothenbach (Kommunalwald Wassenberg). Westlich gelegene Freiflächen in Kiefernbeständen haben Anschluss an den niederländischen Nationalpark „DeMeinweg“, der in diesem Bereich eichenreiche Waldbestände aufweist. Durch den Waldumbau sollen alte Eichenbestände im Stadtgebiet Wassenberg verbunden und vermehrt werden. (Karte 1)

 

Außerdem findet an der Rödgener Bahn ein Voranbau statt, bei dem in bereits lichten Kiefernbeständen Eichensetzlinge gepflanzt werden. 

Maßnahme 2:  Voranbau im Forst Meinweg (Staatswald NRW): Hier werden Eichensetzlinge in die 50-60 jährigen lichten Kieferbestände gepflanzt, damit hier ein Eichen-Birkenwald entstehen kann. Zudem werden Korridore zwischen den Eichenvoranbauflächen erstellt, die an niederländisches Gebiet und dem Entwicklungsflächen in dem ehemaligen Kasernengelände in Dalheim (Camp Pinefield) grenzen. Dabei werden auch Eichen auf einer zurückgebauten Bahntrasse gepflanzt (Karte 2).

Maßnahme 3: Camp „Pinefield“. Ca. 5 Hektar der ehemaligen Kaserne Camp Pinefield sollen in Teilen abgerissen und entsiegelt werden. Dadurch wird dem Eichenwald die Möglichkeit zur Sukzession (Selbstentwicklung) gegeben. Zur Unterstützung dieser sowie der Naturverjüngung der Eiche, werden sogenannte Hähertische (s. unten) aufgestellt und mit Eicheln bestückt. (Karte 2)

Maßnahme 4: Das britische Übungsgelände (Arsbeck) kennzeichnet sich durch einen Wechsel von Offenland und bewaldeten Bereichen. Daher konnten sich lichte Bestände von (Trauben-)Eichen entwickeln. Daher sind hier Pflegemaßnahmen für Eichen geplant, um Saatgutbäume und die Naturverjüngung der Eiche zu fördern. (Karte 2)

Maßnahme 5: Im Helpensteiner Bachtal zwischen Wildenrath und Arsbeck sollen ebenfalls Waldumbaumaßnahmen erfolgen, indem nicht standorttypische Gehölze wie Douglasien, Fichten und Kiefern (ca.11 Hektar) entfernt und stattdessen Stiel-Eichen und Hainbuchen gepflanzt werden. (Karte 3)

Maßnahme 6: Die ehemalige britische Wohnsiedlung Wildenrath-Petersholz grenzt mit einem Pförtnerhaus in der „Heron Road“ an das Helpensteiner Bachtal . Um den Übergang zwischen diesen Gebieten zu verbessern ist Abriss und Entsiegelung dieses Grundstücks vorgesehen. Außerdem sollen daraufhin weitere Stieleichen gepflanzt werden. (Karte 3)

Maßnahme 7: Aufstellung von sogenannten Hähertischen. Diese Konstruktionen sind Futterplätze für den Vogel „Eichelhäher“, welche mit Eicheln, die in entsprechenden Gebieten gesammelt wurden, bestückt werden. Der Eichelhäher verteilt diese Eicheln in seinem Revier, indem er sie als Futtervorrat für den Winter im Boden vergräbt. Viele Eicheln werden nicht wieder ausgegraben, sodass neue Eichen wachsen können. Ein Vogel kann im Herbst bis zu 5000 Eicheln vergraben. Dadurch wird die natürliche Verbreitung der Eiche in unserer Region gefördert, sodass langsam ein Teil der ursprünglichen Besonderheit in der Meinwegregion wiederhergestellt wird. Nicht nur die Eichen ziehen Vorteile aus dieser „Beziehung“, denn die nicht ausgegrabenen Eicheln erweitern das Revier des Eichelhähers.

Die Tische werden entweder in eichenarmen Waldstücken aufgestellt, in denen Kiefer und Fichte als Monokulturen vorkommen oder auf Flächen in denen ein Kahlschlag stattgefunden hat. Hier kann dann ein potentiell natürlicher Eichen- oder Mischwald entstehen.

Zur Zeit werden ca 15 Hähertische im Kreis Wassenberg und 15 im Kreis Wegberg aufgestellt. Außerdem werden viele Tische an Privatwaldbesitzer abgegeben, oder bei verschiedenen Umweltbildungsaktionen mit Kindergärten aufgestellt.

Insgesamt werden:

  • ca. 60 ha Wald (in öffentlicher Hand) umgebaut, 
  • etwas 120.000 Bäume gepflanzt (105.800 Traubeneichen, 11.550 Stieleichen und 2.500 Hainbuchen)
  • auf ca. 50 ha Fläche Eichen freigestellt, um Saatgutbäume zu fördern,
  • bis zu 1.000 kg Eicheln gesammelt ( von zertifizierten Saatgutbäumen),
  • ca. 140 Hähertische im Projektgebiet und in den benachbarten Waldbereichen installiert und mit zertifiziertem Saatgut bestückt. 

Notfallnummer im Falle, dass Tiere ausgebrochen sind:

0157/54954980

 

 

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