Steinkauz- und Obstwiesenschutz

Foto: NABU-Kreisverband Heinsberg
Foto: NABU-Kreisverband Heinsberg

Der gefährdete (RL NRW 3) und von Naturschutzmaßnahmen abhängige Steinkauz hat seinen Verbreitungsschwerpunkt in Deutschland in Nordrhein-Westfalen und hier am Niederrhein. Grundlage von Schutzmaßnahmen ist die Kenntnis seiner aktuellen Verbreitung, Häufigkeit und Niststandorte. Mit der in den Jahren 2002-2004 laufenden Kartierung werden diese Daten von der Naturschutzstation im gesamten Kreis Heinsberg erfasst. Gleichzeitig können Rückschlüsse auf den Erfolg bisheriger Schutzmaßnahmen (Anbringung von Nistkästen, Anlage von Streuobstwiesen) gezogen werden.

Streuobstwiesen bilden einen wertvollen Teil unserer alten Kulturlandschaft. Sie sind wichtige Lebensräume für bedrohte Tierarten wie Steinkauz, Fledermäuse, Grünspecht und Hirschkäfer. Bei entsprechender Pflege sind die Flächen reich an Pflanzenarten des extensiv genutzten Grünlands. Die Bäume bilden eine Nische für Alt- und Totholz bewohnende Moose, Flechten und Pilze, Käfer und andere wirbellose Tiere (Ohrenkneifer, Asseln, Spinnen und viele mehr). Streuobstwiesen dienen darüber hinaus als Bienenweiden und haben eine wichtige Funktion bei der Biotopverbindung, der Ortsabrundung und für das Lokalklima. Im Frühjahr bieten die Streuobstwiesen ein prächtiges Blütenmeer, im Herbst liefern sie Obst für Brotaufstriche und Säfte (Obstvermarktung).

Foto: Martin Gellissen
Foto: Martin Gellissen

Streuobstwiesen sind aus mehreren Gründen bedroht: am Rand der Orte liegend werden sie oft durch die ausufernde Bebauung zerstört; die veränderte landwirtschaftliche Nutzung mit einem Rückgang der Viehhaltung und immer größeren Maschinen lässt keine Obstbäume im Grünland mehr zu, Pferde bedrohen die Bäume direkt durch Fraß der Rinde. Dazu kommt an vielen Stellen eine fehlende Pflege der Bäume, die mittelfristig zum Verlust aller alten Bestände führen kann. Mit der Kartierung der Streuobstwiesen im Kreis Heinsberg werden die aktuelle Verbreitung, Häufigkeit und Bedrohung dieses Lebensraums und der Handlungsbedarf aufgezeigt.

Im Rahmen der Aktion Grünes Band wurde ein Projekt initiiert, um den Steinkauz in seinem ganzen Verbreitungsschwerpunkt am Niederrhein und angrenzenden Niederlanden zu fördern und gemeinsam mit den Streuobstwiesen zu schützen.

Notfallnummer im Falle, dass Tiere ausgebrochen sind:

0157/54954980

 

 

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