Teverener Heide

Die Teverener Heide ist eines der ältesten und mit 450 ha Fläche eines der größten Naturschutzgebiete im Kreis Heinsberg. Ihre sandig-kiesigen Böden wurden in früherer Zeit nicht für die Landwirtschaft genutzt, sondern waren lange Zeit bewaldet. Durch Holzeinschlag und Beweidung entstand ein großes Heidegebiet, das in der heutigen Zeit mit intensiver Land- und Fortstwirtschaft einen wertvollen, nährstoffarmen Lebensraum dar. Nach dem Krieg wurde die Heide großflächig mit Kiefern aufgeforstet. Erst in jüngerer Zeit konnte ein Teil des Waldes durch Naturschutzmaßnahmen wieder in offene Heidelandschaft umgewandelt werden. Durch den Abbau von Sand, Kies und Ton im 20. Jahrhundert wurde das Gebiet zwar teilweise zerstört, aber auch um wertvolle Lebensräume erweitert. Die Heide stellt heute ein interessantes Mosaik aus vielen seltenen Lebensräumen wie Dünen und Mooren, trockenen und feuchten Heiden, Magerrasen sowie Kiesgruben und Tonseen dar. Dort leben wertvolle und seltene Tier- und Pflanzenarten wie Eidechsen und Molche, Heidelerche und Ziegenmelker, Sonnentau und Lungenenzian. Ohne jede Pflege würde die Teverener Heide in wenigen Jahren wieder zu Wald werden und diese Arten wären verschwunden. Daher werden die offenen Flächen seit einigen Jahren mit Schafen beweidet.

Aufgrund der hohen Bedeutung wurde die Teverener Heide neben dem nationalen Schutz als Naturschutzgebiet (NSG) vom Land als nach der FFH-Richtlinie europaweit bedeutendes Gebiet bei der EU angemeldet. Die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der EU (FFH) wurde 1992 zum Schutz europaweit bedeutender und gefährdeter Tiere, Pflanzen und Lebensräume beschlossen. Die Staaten Europas sind verpflichtet, die in dieser Richtlinie genannten Tiere, Pflanzen und Lebensräume langfristig vor Beeinträchtigungen und Zerstörung zu bewahren.

Zur Sicherung und weiteren Entwicklung dieses Naturschutzgebietes untersucht die Naturschutzstation in den Jahren 2003 bis 2005 mehrere Tier- und Pflanzengruppen, die Nutzung des Gebietes durch Erholungssuchende und Beeinträchtigungen, die für die dort lebenden Tiere und Pflanzen schädlich sind. Aus den Ergebnissen werden Vorschläge zur Aufwertung der Lebensräume abgeleitet. Auch wird die Station über Besucherinformation die naturverträgliche Erholung fördern. Schließlich ist die Heide ein wichtiges Erholungsgebiet und die Menschen sollen trotz notwendiger Einschränkungen auch sehen, was hier geschützt wird und warum das eine oder andere geboten oder verboten ist. So ist das Freilaufen von Hunden für viele Vögel eine häufige und schwere Störung. Sie verlassen fluchtartig ihre Nester, wodurch die Eier auskühlen und Feinde sie leichter entdecken können.

Die Untersuchungen in der Teverener Heide werden vom Land Nordrhein-Westfalen, dem Kreis Heinsberg und der Stadt Übach-Palenberg finanziert. Außerdem sind am Projekt die Bezirksregierung Köln, die Landesanstalt für Ökologie, Bodenordnung und Forsten (LÖBF) und das Forstamt Eschweiler beteiligt.

Wenn Sie Fragen zur Teverener Heide haben, wenden Sie sich bitte an die Naturschutzstation Haus Wildenrath, Tel. +49-2432-902740 oder an info@nabu-wildenrath.de

Notfallnummer im Falle, dass Tiere ausgebrochen sind:

0157/54954980

 

 

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