Biotopverbund Westwall, Nasser Graben bei Hückelhoven

 

 

Auf dem Verlauf des Westwalls im Kreis Heinsberg liegt die Gemeinde Hilfarth. Hier befinden sich zwei sogenannte „Nasse Gräben“. Dabei handelt es sich um Verteidigungsanlagen, welche als Panzersperren bereits vor dem zweiten Weltkrieg errichtet wurden.
Im Biotopverbund und für die biologische Vielfalt sind solche Kleingewässer besonders interessant, da sie als Trittsteine für diverse Tier- und Pflanzenarten dienen.
Bei Hilfarth sind die Gräben zwischen Wurm und Rur zu finden.
Im Verlauf des Westwalls stellen sie Verbindungselemente zu der nahegelegenen Teichbachaue dar. Sie sind hier nicht nur für die Fauna, sondern auch für Wasserpflanzen durchaus als Trittsteine für die Verbreitung und Arterhaltung geeignet.

In der Teichbachaue finden sich diverse Röhrichtzonen wie an einer Perlenschnur in der Landschaft. Einer der Gräben liegt unmittelbar am Teichbach und ist somit ideal für den Austausch der Tier- und Pflanzenarten geeignet. Ob Schilf, Seggenarten, Rohrsänger, Amphibien oder Biber, hier gibt es viele Profiteure.

 

 

Biotopverbund Westwall, der Adolfosee

 

 

Fast mittig auf dem Westwallverlauf im Kreis Heinsberg liegt der Adolfosee, ein „Baggersee“ bei Ratheim
Ende der 60 ´er Jahre wurde hier begonnen Sand und Kies abzubauen. Heute ist die Anlage nicht mehr aktiv und der ausgekieste Bereich lief mit Wasser voll. Dies ist auch der Grund, warum sich noch heute innerhalb des Sees vier Bunker befinden. Diese wurden nämlich bereits vor dem Krieg hier als Verteidigungsanlagen errichtet.
Trotz Sprengung nach dem Krieg wurden die Bunker nicht vollständig zerstört und sind noch heute im Wasser sichtbar.

Der Adolfosee ist im Biotopverbund ein Trittstein für viele Arten welche die umliegenden Gewässer nutzten, ob Rur, Wurm, Lago Laprello (ebenfalls ein durch Auskiesung entstandenes Gewässer), dem Kaphof (eine noch aktive Auskiesung), sowie zwei „Nassen Gräben“. Hierbei handelt es sich ebenfalls um militärische Bauanlagen welche an anderer Stelle ausführlicher beschrieben werden.
So bilden die vier Bunker heute eine Art künstlicher Felsen im See, die von Wasservögeln sowohl als Ruheinseln, aber auch zur Brut genutzt werden. Diese Felsen sind vor Landraubtieren wie dem Fuchs sicher und werden schon aus diesem Grunde gerne angenommen. Diese „Kunstfelsen“ machen den See somit nicht nur optisch zu einer Besonderheit, sondern machen ihn auch zu einem besonderen Lebensraum.
Aber nicht nur die „Felsen“ sondern auch der See als solcher wird, vor allem von Winterwasservögeln, gerne genutzt.

Neben den Wasservögeln bietet der See aber auch Lebensraum für viele Fischarten und einer Population sowohl von Teichfröschen als auch von der Teichmuschel, welche sich hier in den nachträglich abgeflachten Ufern des Sees aufhalten.
Auch der Biber ist hier, ebenso wie an der unmittelbar angrenzenden Rur, zu Hause.
Heute ist der See attraktives Ausflugsziel und wird für Freizeit- und Erholungsaktivitäten genutzt. Die Uferbereiche sind von dieser Nutzung jedoch ausgenommen und lassen Raum für die Natur.

 

 

Biotopverbund Westwall, Nasse Gräben

 


Im Bereich des Westwalls nördlich der Gemeinde Geilenkirchen liegt die Burg Trips. Hier befinden sich süd- und nordöstlich der Burg zwei sogenannte „Nasse Gräben“. Dabei handelt es sich um Verteidigungsanlagen, welche als Panzersperren bereits vor dem zweiten Weltkrieg errichtet wurden.
Wie kleine Tümpel oder Teiche liegen diese Nassen Gräben in der Landschaft. Gerade Kleingewässer wie diese sind heute kaum noch zu finden und daher im Biotopverbund und für die Biodiversität wertvolle Trittsteine für unterschiedliche Tier- und Pflanzenarten.
So sind sie beispielsweise hervorragend als Laichgewässer für Amphibien geeignet. „Typische“ Arten wie Erdkröte und Grasfrosch nutzen solche Gewässer. Auch Arten wie Teich, -Berg, und -Fadenmolch sowie die unterschiedlichen Teichfroscharten sind Vertreter die solche Gewässer aufsuchen.

Darüber hinaus fühlt sich auch der Biber hier sehr wohl. Trotzdem hier viel Betrieb durch Naherholungssuchenden herrscht, hat er über die Wurm, welche in unmittelbarer Nähe fließt, seinen Weg zum Nassen Graben gefunden. So kommt es, dass neben Burg Trips eine weitere Burg entstand, die Biberburg.

Biotopverbund im Westen – der Westwall

Der Westwall, der schon vor dem zweiten Weltkrieg errichtet wurde, ist auch im Kreis Heinsberg noch teilweise erhalten. Die ungenutzten Bauwerke haben sich im Laufe der Zeit zu einem wertvollen Rückzugsraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten entwickelt.

Ziel:

Ziel ist es, die vorhandenen Westwallstrukturen als Biotopnetzwerk und Rückzugsraum für die heimische Fauna und Flora aufzuwerten und so die biologische Vielfalt zu erhalten und zu stärken. Das Projekt wird vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) gefördert.

 

 

Maßnahmen:

In dem Projekt „Biotopverbund im Westen – der Westwall“ sollen in einem ersten Schritt die noch vorhandenen Strukturen des Westwalls im Untersuchungsgebiet detailliert erfasst und darauf basierend eine digitale Karte erstellt werden. Anschließend soll die dort vorkommende Fauna und Flora sowie Biotope ermittelt werden. Aus der Beschaffenheit der verbliebenen Strukturen des Westwalls kann unter Berücksichtigung der faunistischen und floristischen Daten die Eignung als Biotopverbund abgeleitet werden. Gleichzeitig werden Möglichkeiten zur Aufwertung des Westwalls als Lebensraum und Biotopnetzwerk für die Biodiversität erarbeitet.

Begleitend zu den strukturellen sowie faunistischen und floristischen Bestandsaufnahmen sollen die erhobenen Daten in einer digitalen Karte mit Datenbank aufbereitet werden. Über KuLaDig sollen die Daten einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Zusätzlich sollen weitere Informationsmöglichkeiten, wie etwa Internetauftritt, Flyer und Exkursionen angeboten werden. Angesprochen werden insbesondere Menschen, die sich für Natur und Geschichte interessieren.

Basierend auf den Daten sollen Artenschutzmaßnahmen (Quartier- und Nisthilfen) möglichst in Zusammenarbeit mit den Bürgerinnen und Bürgern umgesetzt werden. Zur Aufwertung des Biotopnetzwerkes soll eine intensive Einwerbung von Flächen auf Grundlage des erarbeiteten Konzeptes und der Bürgerpartizipation durchgeführt werden.

Auf diesen Flächen sollen in einer zweiten Projektphase Maßnahmen u. a. mit Hilfe der LVR-Pflanzgutförderung umgesetzt werden. Als Grundlage für die Maßnahmenrealisierung werden in der zweiten Projektphase weitere faunistische Daten erhoben (Fledermäuse, Haselmäuse, Amphibien, Insekten und Schnecken). Die Öffentlichkeitsarbeit soll fortgeführt und weiter ausgebaut werden (z. B. durch Infotafeln).

Hintergrund:

Während des Dritten Reiches (Ende der 1930er Jahre) wurde der sogenannte Westwall zu militärischen und propagandistischen Zwecken errichtet. Dieses rund 630 km lange Verteidigungssystem verlief im Westen vom Niederrhein bis zur schweizerischen Grenze und bestand aus verschiedenen Bauwerken, wie Bunkern, Stollen, Gräben und Panzersperren (sogenannte Höckerlinie) sowie natürlichen Barrieren wie Wälder, Flüsse etc. Ein Teil der baulichen Einrichtungen wurde während und nach dem Zweiten Weltkrieg zerstört oder zugeschüttet. Während die umliegende Landschaft im Laufe der Zeit zunehmend intensiv genutzt wurde, unterlagen die verbliebenen Bauwerke keiner oder einer eingeschränkten forst- oder landwirtschaftlichen Nutzung. Auf diese Weise entstand am Westwall ein störungsarmer Rückzugsraum, der einer Vielzahl von z. T. bedrohten Tier- und Pflanzenarten als Lebensraum und somit dem Erhalt der biologischen Vielfalt dient.

 

Notfallnummer im Falle, dass Tiere ausgebrochen sind:

0157/88259388

 

 

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