Biotopverbund im Westen – der Westwall

Der Westwall, der schon vor dem zweiten Weltkrieg errichtet wurde, ist auch im Kreis Heinsberg noch teilweise erhalten. Die ungenutzten Bauwerke haben sich im Laufe der Zeit zu einem wertvollen Rückzugsraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten entwickelt.

Ziel:

Ziel ist es, die vorhandenen Westwallstrukturen als Biotopnetzwerk und Rückzugsraum für die heimische Fauna und Flora aufzuwerten. Das Projekt wird vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) gefördert.

Maßnahmen:

In dem Projekt „Biotopverbund im Westen – der Westwall“ sollen in einem ersten Schritt die noch vorhandenen Strukturen des Westwalls im Untersuchungsgebiet detailliert erfasst und darauf basierend eine digitale Karte erstellt werden. Anschließend soll die dort vorkommende Fauna und Flora sowie Biotope ermittelt werden. Aus der Beschaffenheit der verbliebenen Strukturen des Westwalls kann unter Berücksichtigung der faunistischen und floristischen Daten die Eignung als Biotopverbund abgeleitet werden. Gleichzeitig werden Möglichkeiten zur Aufwertung des Westwalls als Lebensraum und Biotopnetzwerk erarbeitet.

Begleitend zu den strukturellen sowie faunistischen und floristischen Bestandsaufnahmen sollen die erhobenen Daten in einer digitalen Karte mit Datenbank aufbereitet werden. Über KuLaDig sollen die Daten einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Zusätzlich sollen weitere Informationsmöglichkeiten, wie etwa Internetauftritt, Flyer und Exkursionen angeboten werden. Angesprochen werden insbesondere Menschen, die sich für Natur und Geschichte interessieren.

Basierend auf den Daten sollen Artenschutzmaßnahmen (Quartier- und Nisthilfen) möglichst in Zusammenarbeit mit den Bürgerinnen und Bürgern umgesetzt werden. Zur Aufwertung des Biotopnetzwerkes soll eine intensive Einwerbung von Flächen auf Grundlage des erarbeiteten Konzeptes und der Bürgerpartizipation durchgeführt werden.

Auf diesen Flächen sollen in einer zweiten Projektphase Maßnahmen u. a. mit Hilfe der LVR-Pflanzgutförderung umgesetzt werden. Als Grundlage für die Maßnahmenrealisierung werden in der zweiten Projektphase weitere faunistische Daten erhoben (Fledermäuse, Haselmäuse, Amphibien, Insekten und Schnecken). Die Öffentlichkeitsarbeit soll fortgeführt und weiter ausgebaut werden (z. B. durch Infotafeln).

Hintergrund:

Während des Dritten Reiches (Ende der 1930er Jahre) wurde der sogenannte Westwall zu militärischen und propagandistischen Zwecken errichtet. Dieses rund 630 km lange Verteidigungssystem verlief im Westen vom Niederrhein bis zur schweizerischen Grenze und bestand aus verschiedenen Bauwerken, wie Bunkern, Stollen, Gräben und Panzersperren (sogenannte Höckerlinie) sowie natürlichen Barrieren wie Wälder, Flüsse etc. Ein Teil der baulichen Einrichtungen wurde während und nach dem Zweiten Weltkrieg zerstört oder zugeschüttet. Während die umliegende Landschaft im Laufe der Zeit zunehmend intensiv genutzt wurde, unterlagen die verbliebenen Bauwerke keiner oder einer eingeschränkten forst- oder landwirtschaftlichen Nutzung. Auf diese Weise entstand am Westwall ein störungsarmer Rückzugsraum, der einer Vielzahl von z. T. bedrohten Tier- und Pflanzenarten als Lebensraum dient.

 

Notfallnummer im Falle, dass Tiere ausgebrochen sind:

0157/54954980

 

 

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