Natur für alle - gemeinsam den Wald erleben

 

Bei bestem Herbstwetter Mitte November überschnitten sich für einen Vormittag die Welten unterschiedlicher Menschen und Einrichtungen.

Flüchtlingskinder, die aktuell mit ihren Familien in der Zentralen Unterbringungseinrichtung für Flüchtlinge (ZUE) in Wegberg-Petersholz eine erste Bleibe in Deutschland gefunden haben, und Mitarbeiter der Naturschutzstation Haus Wildenrath e.V. trafen sich, um gemeinsam einen Ausflug in den Wald zu unternehmen, die Natur zu erleben und für den Wald aktiv zu werden. Mit dabei waren auch Herr Smeetz, Einrichtungsleitung der ZUE sowie Martin Wingertszahn vom Bundesforstbetrieb Rhein-Weser, der die Flächen für den Eigentümer (Bund) betreut.

In der ZUE Petersholz leben fast 600 Menschen aus 28 Nationen. Sie ist eine Einrichtung des Landes Nordrhein-Westfalen und wurde Anfang September 2015 – zunächst als Notunterkunft – auf dem Gelände der früheren Wohnsiedlung der britischen Streitkräfte eingerichtet.

Um die Natur im Wald zu erleben, mussten die Kinder nicht einmal das Gelände ihrer Unterbringung verlassen, da die Siedlung mitten im Wald gelegen ist. Die Baumbestände – gerade bezogen auf die Eiche – sind sogar so umfangreich, dass dort regelmäßig professionell Eicheln für die Anzucht von Bäumen gesammelt werden.

Beste Voraussetzungen, um den Kindern in der ZUE ihr unmittelbares Umfeld und die hiesige Natur im Rhythmus der Jahreszeiten näher zu bringen. Im Rahmen des vom Landschaftsverband Rheinland finanzierten Projektes „Freizeit und Lernen inklusiv gestalten – Natur für alle“, welches sich mit seinen ausgearbeiteten Programmen gerade auch an Menschen mit Migrationshintergrund richtet, ging es somit für alle raus in den Wald.

Und es gab vieles zu entdecken. Große knorrige Bäume, Blätterrascheln, der Geruch von Herbstlaub und natürlich jede Menge Eicheln, die sich unter den herabgefallenen Blättern versteckten.

Eicheln, Eicheln und Eicheln – von denen wurden eifrig und blitzschnell etliche Kilos eingesammelt und damit dem Wald und einem seiner typischen Bewohner – dem Eichelhäher – geholfen.

Aber warum lässt man denn dann die Eicheln nicht liegen, sondern sammelt sie ein?

Die eingesammelten Eicheln werden im Spätherbst auf sogenannte Hähertische ausgelegt. Dies sind einfache, quadratische Holzkisten, die auf einem Pfahl montiert sind. Der Hähertisch wird dann in einem Waldbereich aufgestellt, in dem sich nur wenige Eichenbäume befinden. Der im Wald lebende Eichelhäher findet dann den gedeckten Hähertisch und versteckt die ihm angebotenen Eicheln als Wintervorrat. Bis zu 5.000 Eicheln kann ein einzelner Vogel im Herbst verstecken. Das muss er auch, da der Eichelhäher durchaus vergesslich ist. Nicht jede versteckte Eichel wird von ihm während des Winters wieder gefunden. Die vergessenen Eicheln keimen und im Frühjahr kann daraus ein Eichenbaum heranwachsen.

 

Auch wenn ein Vormittag nur kurz Zeit bietet, haben alle viel davon mitgenommen. Die Kinder aus Syrien oder dem Irak durften einen erlebnisreichen, unbeschwerten und sonnigen Herbsttag in der Natur genießen, der Eichelhäher hat ausreichend Vorrat für den Winter und der Wald in Wegberg hoffentlich bald viele junge Eichen. 

Notfallnummer im Falle, dass Tiere ausgebrochen sind:

0157/88259388

 

 

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