Der Adolfosee

 

Fast mittig auf dem Westwallverlauf im Kreis Heinsberg liegt in Hückelhoven-Ratheim der Adolfosee. Südwestlich umrahmt die Rur den See. Der Adolfosee ist ein Abgrabungsgewässer. Hier wurde Ende der 1960er Jahre bis 1987 Sand und Kies abgebaut. Heute ist die Anlage nicht mehr aktiv und der ausgekieste Bereich lief mit Wasser voll. Die Fläche des Sees beläuft sich auf ca. 30 ha. Wie viele Abgrabungsgewässer hat der Adolfosee relativ steile Ufer, so dass wenig Flachwasserbereiche vorhanden sind. Entlang des Seeufers sind fast flächendeckend Laubgehölze zu finden wie z.B. Weiden, Erlen und Eschen. Ferner ist fast die gesamte Uferlinie durch Wege erschlossen. Der Adolfosee wird intensiv durch Erholungssuchende (Angler, Taucher und Segelverein) genutzt.

 

Dennoch ist der Adolfosee sowie seine Uferbereiche als Landschaftsschutzgebiet ausgezeichnet. Der unmittelbar an den See angrenzende Auenbereich der Rur ist Teil des Naturschutzgebietes Obere Ruraue. 

 

 

Inmitten des Adolfosees liegen vier Bunkeranlagen des Westwalls. Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges wurden diese nur „angesprengt“ und nicht vollständig geschleift. Die teilweise zerstörten Bunker wurden bei der Sand- und Kiesgewinnung vorsichtshalber ausgelassen. Einem Bunker kam der Kiesbagger zu nahe, so dass dieser in die ausgebaggerte Grube stürzte. 

Die vier Bunkerreste sind heute bizarr wirkende künstlichen Felsen. Vögle nutzen sie gerne als Brut- und Rastplätze, da die Bunkerinseln vor Füchsen oder Mardern Schutz bieten. 

Der Bunker als künstlicher Felsen für die Brut genutzt. Foto: Astrid Linzen

 

Der Adolfosee bietet vielen wassergebundenen Vögeln einen Lebensraum. Eisvogel, Bläss- und Teichrallen, Grau- und Nilgänse sowie Stockente und Haubentaucher nutzen den See und seine Ufer als Brutgebiet. Bachstelze, Flussuferläufer, Graureiher und Kormoran suchen am See Nahrung oder Rasten dort während des Vogelzuges. In den Wintermonaten kommen als Wintergäste neben Gänsen und Lachmöwen vor allem eine Vielzahl an Entenarten (Pfeifenten, Reiherenten, Schnatterenten, Tafelenten und Stockenten) zum Adolfosee.

 

Der See ist aber auch Lebensraum für viele Fischarten (HechteBarscheAaleKarpfen), welche durch den lokalen Anglerverein in das Gewässer eingebracht wurden.  Ferner sind, trotz des Fischreichtums Amphibien wie der Teichfrosch zu finden. Auch der Biber ist hier seit einigen Jahren zu Hause.

 

 

Obwohl der Adolfosee ein attraktives Ausflugsziel ist und intensiv für Freizeit- und Erholungsaktivitäten genutzt wird, sind dort viele Tierarten anzutreffen und stellt somit ein wichtiges Biotop in der sonst sehr stark landwirtschaftlich geprägten Region dar.