Panzersperren

 

 

Im Verlauf des Westwalls im Kreis Heinsberg befanden sich, neben den natürlichen Barrieren der Flüsse Rur und Wurm, auch erbaute Panzersperren. Diese sind in Teilen noch sichtbar und befinden sich zwischen dem östlichen Teil von Frelenberg (zur Stadt Übach-Palenberg gehörend) und der Wurm. Die hier befindlichen Überreste der Panzersperren unterschieden sich jedoch deutlich von den Höckerlinien wie sie in weiten Teilen der Eifel oder in der Stadt Aachen errichtet wurden. Die im Kreis Heinsberg aufgebauten Panzersperren wurden auch ursprünglich nicht als solche angelegt. Die parallel laufenden Betonfundamente dienten zunächst als Fahrspur für die eigenen gepanzerten Fahrzeuge. Erst später - während des Krieges - wurden Metallprofile in die Betonfundamente eingearbeitet. Bei den dabei verwendeten Profilen handelte es sich um Kriegsbeute aus der Tschechei. Die ursprüngliche andere Nutzung dieser Anlage wie auch die Verwendung von Kriegsbeute war sicherlich der Grund dafür, dass die dabei entstandenen Panzersperren kein weiteres Mal im Verlauf des gesamten Westwalls erbaut wurde. 

Foto: Markus Morgenweg

 

Nach dem Krieg wurden diese Panzersperren zum Teil zurückgebaut oder in die Landnutzung mit einbezogen, indem sie als Weidezaunanlagen verwendet wurden. Dort, wo diese Barrieren heute noch sichtbar sind, werden die Flächen als Grünland genutzt oder sind bewaldet. In den Offenlandbereichen sind teilweise extensive Wiesen und Weiden sowie strukturreiche Streuobstwiesen entstanden. Die Randbereiche dieser Flächen sind mit Gehölzstreifen bepflanzt. An die Streuobstwiese anschließend befindet sich ein Wäldchen, welches nach dem Krieg mit Pappeln und weitern Laubbäumen angelegt wurde.

 

An Hand des deutlich höheren Anteils an verschiedenen, teils bunt blühenden Kräutern wie z.B. der Wiesen-Margerite der Wiesen-Flockenblume oder dem Echten Labkraut ist zu erkennen, dass es sich bei diesen Wiesen oder Weiden um extensiv bewirtschaftete Standorte handelt. Denn werden vermehrt Nährstoffe eingetragen, treten die blühenden Kräuter zu Gunsten der dominanteren Gräser zurück.

Die entlang der Panzersperre angelegte Streuobstwiese kann bei extensiver Nutzung ein Hot Spot der Artenvielfalt in unserer Kulturlandschaft sein. Über 5.000 Tier- und Pflanzenarten können in diesen, von Menschen geschaffenen, Lebensräumen gefunden werden. Diese Artenvielfalt hat folgenden Grund: mit ihren Bäumen werden die Eigenschaften lichter Wälder und mit ihrem Unterwuchs die Eigenschaften blühender Wiesen vereint.

Ferner verfügen sie oft über einen Bestand mit Bäumen, die einen hohen Anteil an Alt- und Totholz aufweisen. Gerade ältere Bäume bieten dabei einen wichtigen Lebensraum für viele mittlerweile seltengewordenen Tiere wie z.B. der Steinkauz, welcher als Leitart für diesen Lebensraum betrachtet werden kann. Ferner sind auch Fledermäuse, Bilche (z.B. Siebenschläfer oder Gartenschläfer), Wildbienen, Falter, Heuschrecken und der Grünspecht typische Bewohner.

Darüber hinaus sind die Wiesen eine Arche Noah für alte und regionale Obstsorten. Hier zu Lande sind ca. 1.600 Apfelsorten, über 1.000 Birnen sowie mehr als 300 Zwetschgen und 250 Kirschen verschiedener Sorten bekannt. Neben Sorten, die wohlschmeckendes Tafelobst liefern, sind darunter auch viele

Obstsorten, die für die Verarbeitung zu Kraut oder Mus und zum Dörren verwendet wurden.

 

Dass sich entlang dieses Westwallreliktes ein struktur- und artenreicher Lebensraum mit Offenland, Halboffenland (Streuobstwiesen), Gebüsche und einem kleinen Wäldchen entwickelt hat, ist nicht nur an der Vegetation zu erkennen. Über 30 Vogelarten sind in diesem relativ kleinen Gebiet beheimatet. Darunter typische Vertreter von Siedlungsräumen und Hecken wie z.B. die Amsel, der Zaunkönig oder verschiedene Grasmückenarten (Mönchsgrasmücke, Dorngrasmücke) sowie die Heckenbraunelle. Es konnten aber auch gefährdete Vogelarten wie Bachstelze, Star, Goldammer und Rauchschwalbe beobachtet werden, die in solche Landschaftsstrukturen nach Nahrung suchen. 

 

 

Foto: Ingo van Essen

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