Biotopverbund im Westen - Der Westwall

Während des Dritten Reiches (1933 – 1945) wurde der sogenannte Westwall zu militärischen und propagandistischen Zwecken errichtet. Dieses rund 630 km lange Verteidigungssystem verlief im Westen von der niederländischen bis zur schweizerischen Grenze und bestand aus verschiedenen Bauwerken, wie Bunkern, Stollen, Gräben und Panzersperren sowie natürlichen Barrieren wie Wälder, Flüsse etc.

 

Große Teile der ehemaligen Westwallanlagen wurden entweder noch während des Kriegs zerstört oder nach dessen Ende zurückgebaut, geschleift oder übererdet. Einige Bestandteile (Panzersperren, Bunker oder Gräben) sind bis in die heutige Zeit erhalten und sichtbar. Während die umliegende Landschaft zunehmend intensiv genutzt wurde, unterlagen die verbliebenen Bauwerke keiner oder einer eingeschränkten forst- oder landwirtschaftlichen Bewirtschaftung. Auf diese Weise entstand am Westwall ein störungsarmer Rückzugsraum, der heute einer Vielzahl von z. T. bedrohten Tier- und Pflanzenarten als Lebensraum dient.

 

In dem Projekt „Biotopverbund im Westen - der Westwall“ wurden die noch vorhandenen Strukturen des Westwalls im Kreis Heinsberg sowie in der Stadt Aachen detailliert erfasst und die dort vorkommende Biotope mit ihrer speziellen Flora und Fauna ermittelt. Aus der Beschaffenheit der verbliebenen Strukturen des Westwalls wurde unter Berücksichtigung der faunistischen und floristischen Daten ein Biotopverbund abgeleitet und Maßnahmen zur Vernetzung und Stärkung dieses Verbundes erarbeitet.

 

Zum Beispiel wurde im Kreis Heinsberg ein ehemaliger Schlauchturm, der auf dem Verlauf des Westwalls errichtet wurde zu einem Biotopturm für Greifvögel und Fledermäuse umgebaut.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schlauchturm auf ehemaligen militärischem Gelände.

(Foto: Astrid Linzen)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fledermausquartier im Innern des alten Schlauchturms. (Foto: Michael Straube)


Begleitend zu den Maßnahmen im Rahmen des Biotopverbundes wurden einzelne Elemente der Westwallanlage mit ihrer heutigen Funktion des Lebensraumes beschrieben und über KuLaDig einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

 

Näheres dazu finden Sie unter: https://www.kuladig.de/Objektansicht/SWB-274582